Einer Sage nach entstand die Kunst des Kartenlegens in China, dem Reich der Mitte. Dort wurde im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt die Papierherstellung entwickelt, die Grundlage einer jeden Karte. Nach Europa kam das Kartenlegen aber erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts und zwar aus dem Orient. Obrigkeiten und Geistige verteufelten das Wahrsagen mit Tarotkarten und verhängten darauf hohe Strafen. Aber schon im 14. Jahrhundert hat sich der Adel durch Kartenlegerinnen und Seherinnen unterhalten und beraten lassen: Allerdings im Verborgenen, denn die Kirche hat das Wahrsagen natürlich nicht toleriert. Erst unter Mademoiselle Lenormand (geboren 1772) erreichte die Kartomantie die Hoffähigkeit und Anerkennung für das Legen von Tarotkarten. Die Mademoiselle wurde am Hofe Napoleons für ihre Weissagungen vom höchsten Adel verehrt. Dank ihrer Beratertätigkeit hat sie nicht nur Ruhm und Reichtum erlangt, sondern ging auch als „Sybille von Paris“ in die Geschichte ein. Nachdem sie aber den Sturz von Napoleon vorhergesagt hat, wurde sie verbannt. In ihren Weisheiten befinden sich auch Textstellen, die an die Symbole auf den Tarotkarten erinnert. Hierzu wird beispielsweise mit „…und die Lilien werden wieder blühen…“ als die Zeit des Friedens umschrieben. Die Aussage der Lenormandkarten Nr. 30, die Lilie, beispielsweise gehört zum kleinen Deck und steht für Sexualität, Harmonie, Familie und Frieden.

Das Lenormand Kartendeck

Jedes Kartendeck ist anders aufgebaut. Ein Lenormandkarten-Deck besteht aus 36 Einzelkarten, wobei jede Karte eine laufende Nummer trägt und wie auch bei einem klassischen Skatblatt, unterschiedliche Werte von Karo, Kreuz, Herz und Pik. Der überwiegende Teil wird aber vom Kartensymbol eingenommen, hierzu gehören Gegenstände, Tiere und Menschen. Diese haben eine archetypische Bedeutung, dessen Sinn sich auf die gestellte Frage beziehen muss. Die Hauptaussage der Karte Nr. 10, die Sense, ist Gefahr. Die Tendenz der Karte teilt uns mit, dass momentan keine gute Zeit für die Umsetzung von Plänen ist. Wie immer bei Kartenlegen ist auch hier die Kunst, die Karte für die gestellte Frage zu interpretieren. In Bezug auf die Beziehung kann die Karte bedeuten, dass eine Trennung bevorsteht. Beruflich kann sie für Belastungen oder Mobbing stehen, bei der Gesundheit droht Ansteckungs- oder Unfallgefahr. Die Lenormandkarten Nr. 4 „Das Haus“ steht, wie der Name schon sagt, für Fundament, Bodenständigkeit, Stabilität und zu Hause. Im Beruf und in der Liebe symbolisiert die Karte stabile Verhältnisse, bei der Gesundheit können Sie auf eine bleibende Kraft und baldige Heilung hoffen. Dieses Kartendeck erfreut sich grosser Beliebtheit und hat seinen Namen von der berühmten Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand (1772 – 1843), die bereits Napoleon Bonaparte und seine Josephine beraten durfte. Mlle Lenormand kannte sich nicht nur mit den Wahrsagekarten aus, sondern auch mit Handlesen, Astrologie und einigen anderen okkulten Themen. Man sagt, dass sie daher ein eigenes Deck entworfen hat, das heute unter dem Namen „grosse Lenormandkarten“ bekannt ist. Diese Karten sind völlig anders aufgebaut als die gängigen Wahrsagekarten wie z. B. Skatkarten, Kipperkarten, Zigeunerkarten etc., die alle nach demselben Prinzip funktionieren und aus derselben Anzahl Karten mit mehr oder weniger derselben Bedeutung bestehen. Auf den grossen Lenormandkarten hat Marie-Anne Lenormand verschiedene Symbole aus der Geomantie und Astrologie sowie Blumensymbole und Bilder von Sagengestalten eingebaut, die für sie eine umfassende Deutung ermöglichten. Dazu muss man aber wissen, dass Mlle Lenormand im Prinzip hellsichtig war und die Zukunft auch ohne Hilfsmittel vorhersagen konnte. Die Karten dienten lediglich dazu, ihre Konzentration zu stärken. Wer sich als Anfänger direkt mit den grossen Lenormandkarten beschäftigen möchte, hat sich auf jeden Fall viel vorgenommen. Besser zu „bedienen“ und auch leichter erhältlich sind die „kleinen“ Lenormandkarten, die es in verschiedenen Varianten gibt. Ganz grob gibt es zwei Varianten: Zum einen die mit einem „Sinnspruch“ oder Vers, der die Bedeutung der Karten näher erläutert und zum anderen die mit einem einfachen Bild. Meistens ist es so, dass auf jeder Karte noch zusätzlich die Symbole (Herz, Pik, As, Kreuz) aufgedruckt sind, die man auch auf den Skatkarten findet. Die Vielfalt der angebotenen Karten ist genau so gross wie die Vielfalt der verfügbaren Illustrationen. Welche Karten man sich aussucht (Mystery, Fantasy, Märchenbilder etc.) hängt hier vom persönlichen Geschmack ab. Die Benutzbarkeit ist bei jedem Deck dieselbe, da die Bedeutung jeder Karte vorgegeben ist.

36 Kareten Deck – Lenormand-Tarot

Das Deck besteht aus 36 Karten mit den folgenden Symbolen bzw. Bildern: Reiter – Klee – Schiff – Haus – Baum – Wolken – Schlange – Sarg – Sense – Rute – Vögel – Kind – Fuchs – Bär – Sterne – Storch – Hund – Turm – Park – Berg – Weg – Mäuse – Herz – Ring – Buch – Brief – Herr – Dame – Lilie – Sonne – Mond – Schlüssel – Fische – Anker – Kreuz Jede Karte kann für eine Situation oder Person stehen, wie z. B. Mutter, Vater, Liebe usw. Alle Karten werden gleichzeitig zu einer Übersicht ausgelegt und aufgedeckt. Ihre Bedeutungen werden entsprechend der Lage und Entfernung der einzelnen Karten zur Hauptperson (Dame oder Herr) oder einer bestimmten Themenkarte (z. B. Liebe) gedeutet. Die Karten können gleichzeitig für Charaktereigenschaften, Zahlen, Personen, Orte, Jahreszeiten, Ereignisse und vieles mehr stehen, daher nützt es auch nichts, wenn man sich lediglich einen Deutungsbegriff pro Karte merkt. Man muss die Karten gut kennenlernen, um ihnen eine tief greifende Deutung zu entlocken. Erst in ihren vielfältigen Kombinationen ergeben die Karten detaillierte Bedeutungen. Am beliebtesten ist es, die Karten nach Liebesdingen zu befragen. Hier erkennen Sie recht schnell an der Lage der Personenkarten und der sie umgebenden Karten, ob Ihr Liebster oder Ihre Liebste weit entfernt oder nahe da liegt, ob er oder sie liiert ist und ob ihr Gefühle überhaupt erwidert werden.

Tarot Varianten neben dem Lenormandtarot

Zeitabfolge der Lenormandkarten

Lenormand Karten enthalten auch Zahlangaben, die in Kombination mit anderen Tarotkarten ermöglichen, konkrete Zeiträume oder Termine voraussagen zu lassen. Hier einige Beispiele für die Zahlbedeutung:
  • Zeitangabe 3-5 Tage: Nr. 2 der Lenormandkarten – Das Kleeblatt
  • Zahl Zwei: Nr. 11 der Lenormandkarten – Die Ruten
  • Zeitangabe 6-9 Monate: Nr. 5 der Lenormandkarten – Der Baum
  • Zeitangabe 2-3 Wochen: Nr. 36 der Lenormandkarten – Das Kreuz
  • Zeitangabe 4-7 Wochen: Nr. 22 der Lenormandkarten – Der Weg